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1907
Rhüdiger Haffetz wird als jüngstes
von 14 Kindern in Göggingen bei Augsburg geboren.
Sein Vater arbeitet als freier Proktologe, seine Mutter
ist eine angesehene Turnier-Boullerin. Die Familie
unterhält enge Kontakte zur Familie Brecht.

Das Geburtshaus von Rhüdiger
Haffetz

1917
Unter dem Einfluß des schrecklichen
Kriegswinters 16/17 entwickelt der kleine Rhüdiger
einen Fleischersatz aus Nagelfilz-Flusen.

1924 / 25
Haffetz verläßt mit einem
hervorragenden Abschluß das St. Nepomuk-Gymnasium
in Augsburg und schließt sich kurzzeitig Brechts
Freier Bühne an. Er hält dadaistische Lesungen
im Cafe Schneckenbichler in Bamberg.

1926
Haffetz studiert in Wien Komposition
und Kontrapunkt, überwirft sich aber mit seinem
Meister. Er verfaßt seinen maßgeblichen
Aufsatz "Transzendenz und Tonika". Erste
überlieferte Musikstücke wie die "Reblaus
Rhapsodie" (1927 verlegt vom Musikverlag Frichfleich/Linz;
Notentext seit 1934 verschollen). Erste Experimente
mit dem Proktophon.

1927
Haffetz emigriert in die USA und durchquert
das Land zu Fuß. Während eines Engagements
im "Goo Lover´s Inn" in Hackensack/Alabama
entwickelt er das Slide-Gitarrenspiel.

1929
Haffetz erreicht Kalifornien und findet
Arbeit in Hollywood. Er arbeitet als Stuntdouble in
einem der ersten Action-Dreiteiler der Filmgeschichte.
Es entsteht einer seiner berühmtesten Songs:
"The Unknown Stuntman" (Hörprobe auf
der Musik-Seite).
Er eröffnet ein veganisches Kulturzentrum für
arbeitslose Musiker.

1931
Haffetz veranstaltet in Augsburg ein
freies Musikfestival "Wider die braune Pest"
bei dem ausschließlich farbige US-Bluesmusiker
auftreten. Er erhält einen Lehrauftrag und unterrichtet
an der Uni Augsburg Freie Konstellationen und Ausdruckstanz.

Blick auf das begeisterte Festival-Publikum

1933
Am Tage der der Machtübernahme
der NSDAP verfaßt Haffetz seinen wohl berühmtesten
Song "Dreams Are My Reality", den er umgehend
auf dem Augsburger Plärrer vorträgt. Er
verliert sein Lehramt und kettet sich, unterstützt
von seinen Studenten, 41 Tage lang aus Protest an
das Eingangstor der Uni Augsburg.

1934
Nach einem mehrtägigen Trinkgelage
mit einem engen Freund gelingt den beiden ohne jegliche
Hilfsmittel und, wie beide betonen, "eher zufällig"
die Erstbesteigung des Großen Graupen nahe dem
sauerländischen Olpe.

Der majestätische Große
Graupen

1935
Haffetz geht nach Berlin und gründet
einen musikalistischen Zirkel. Er eröffnet das
surrealistische "Cabaret Bunuel" und entgeht
nur knapp seiner Verhaftung durch die Gestapo, als
er öffentlich seinen 1000-seitigen Roman "Spartakisten-Spaziergang"
vor dem Reichstag vorträgt.

1936 bis 1945
Haffetz verläßt Deutschland
und bereist Skandinavien mit einem Holz-Dreirad, dass
die Grundlage für die spätere Entwicklung
des ersten VW-Golf-Modells sein sollte. Es entstehen
auch weitere neue Instrumente wie das Urophon und
die Otze. Haffetz entwickelt sein harmonisches System
der "Sono-Quanten". Er komponiert seine
symphonische Trilogie "Metaphon Glix", die
niemals aufgeführt wird (Notentext, laut Haffetz
mehr als 600 Seiten, unauffindbar).

1946 bis 1948
Eine unstete Phase in seinem Leben.
Auf der Suche nach neuen musikalischen und spirituellen
Inspirationen bereist er den Hindukusch, Birma, Burma
und Butan, wo er zeitweise dem Opium verfällt.
Er heilt sich selbst mit Buttertee-Einläufen.

1949
Haffetz kehrt in die USA zurück
und arbeitet kurz bei Glenn Miller als erster Urophonist.
Wieder durchreist er das Land. In New Orleans entwickelt
er die Bronze/Nickel-Saite und führt das Akkordeon
in die Cajun-Musik ein.

1951
Zahlreiche geniale Erfindungen wie
der sechspolige Singlecoil-Pickup und der kautschukfreie
Knetdübel verhelfen Haffetz zu Wohlstand. Er
verwendet all sein Geld um die Karrieren seiner jungen
Proteges Thelonius Monk, Miles Davis, Charles Mingus
und B.B. King zu fördern, für die er auch
zahlreiche Kompositionen schreibt. Er verweigert
seine Aussage vor dem McCarthy-Ausschuss und muß
untertauchen.

1953
Haffetz trifft auf John Coltrane,
mit dem ihn bald eine tiefe Freundschaft verbindet.
Die beiden nehmen den Titel "Invocation Of The
Kraut" auf, zu dem Haffetz ein legendäres,
angeblich fast 40minütiges Otze-Solo beisteuert.
Der Take wird nie veröffentlicht, das Mastertape
gilt als verschollen.

1955
Haffetz arbeitet unter falschem Namen
in den Sun Studios in Memphis/Tennessee als Ton-Assistent
und nimmt das erste Demoband von Elvis Aaron Presley
auf. Daraufhin erteilt er dem begabten Lastwagenfahrer
einige Gesangsstunden.

Was wäre ohne Rhüdiger
Haffetz aus Elvis geworden?

1956
Rückkehr nach Deutschland. Uraufführung
seines Singspiels "Neokrit IV" bei den freien
Musiktagen in Bonn. Das Konzert endet in einem Eklat
in dessen Verlauf Haffetz Bundespräsident Lübke
ohrfeigt.

1957 bis 1964
Haffetz lebt zurückgezogen in
seiner Heimatstadt Göggingen und hält sich
mühsam mit Auftritten bei Tanztees und Butterfahrten
über Wasser. Bei einer Veranstaltung im Pfarrzentrum
St. Vitus fällt ihm der junge Sänger Gerhard
Höllerich auf. Haffetz wird sein Manager und
ändert Gerhards Namen in Roy Black.

1965 / 66
Angezogen von der neuen Jugendbewegung
der Hippies zieht Haffetz nach San Francisco. Dort
macht er die Musikerkommune der Greatful Dead mit
den Prinzipien der modalen Improvisation vertraut.
Wenig später führt er Frank Vincent Zappa
in das Werk Edgar Vareses ein. Er schreibt mehrere
Songs für Big Brother & The Holding Company
und The Beau Brummels und entwickelt mit der Firma
Gibson die erste zweihälsige E-Gitarre.

1967
Enttäuscht über die laxe
politische Haltung der Hippies schließt sich
Haffetz den Black Panthers in Los Angeles an. Ihm
wird vom F.B.I. ein Attentatsversuch auf die Zentrale
des US-Schlesierbundes in die Schuhe geschoben und
er wird zu 225 Jahren Gefängnis verurteilt -
wegen eines Formfehlers muß er jedoch wieder
auf freien Fuß gesetzt werden.

1968
Haffetz kehrt nach Berlin zurück,
um an der Seite der APO für Freiheit und Demokratie
in Deutschland zu kämpfen. Bei einer Mai-Demonstration
verbeißt er sich in ein Polizeipferd und wird
zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. In der
Haft formuliert er seine vielbeachtete "Schwapp-Theorie".

1969 bis 1973
Haffetz hält eine Gastvorlesung
in Düsseldorf und begeistert Joseph Beuys mit
seinem Konzept der "direkten Demokratie".
Haffetz wiederum zeigt sich fasziniert von den revolutionären
Ansätzen der Fluxus-Bewegung. In der Galerie
"Wirtsch & Söderböhm" veranstaltet
er die vier Monate andauernde Performance "Trenologische
Pathoskopie" - er überzieht eine lebensgroße
Wachsfigur sowie seine eigenen Genitalien mit Blattgold.
Er verspeist eine echte Lutherbibel sowie die Werke
von Marx und Engels und Heidegger. Publikum und Feuilleton
reagieren mit völligem Unverständnis.
Haffetz kehrt in die USA zurück und arbeitet
als freier Pädagoge in Chicago. In einem von
ihm gegründeten autonomen Jugendzentrum entdeckt
er eine vielversprechende Nachwuchsband die er unter
dem Namen "Kiss" (anfangs angeblich "French
Kiss") aufbaut.

Haffetz riet dazu, zunächst
geschminkt aufzutreten

1974 bis 1987
Haffetz erfüllt sich einen lange
gehegten Traum und startet mit seinem "Original
Haffetz Quintett" (Hardy Maria Kleinwurst sen.,
Raschid Tschaimuta, Dr. Driftwood, Helle Helle Gül
Gül und Gonzo Mandolini) eine weitläufige
Tournee. Die Band spielt mehr als 4000 Auftritte in
über 60 Ländern. Kurz nach seinem 80. Geburtstag
erleidet Rhüdiger Haffetz in Shanghai eine schwere
Gallenkolik und beschließt seine Bühnenkarriere
zu beenden. Er entwickelt die Zimt-Orgel. Auf dem
von ihm selbst gegründeten Label "Trotzki-Ashram"
erscheint Ende1987 seine erste und letzte reguläre
Schallplatte "Elektrohasch" (Solowerke für
Suk Suk, Brontotron und Grammolith; Triple-Album;
220 Gramm Vinyl-Pressung in Aquamarin und Moiree;
vergriffen).

Fussmassage kurz vor einem Auftritt

1988
Haffetz wird die Ehrendoktor-Würde
in Erfurt angetragen und für das kleine Bundesverdienstkreuz
vorgeschlagen. Er lehnt beide Auszeichnungen ab.

1989 bis heute
Haffetz erhält ein Lehramt in
Havanna und unterrichtet bis 1996 Proktophon, Brontologie
und Oberton-Kontrapunkt. Seine symphonischen Werke
"Adaggio Parmesana" und "Neokrit V
- IX " werden mit großem Erfolg aufgeführt.
1998 heiratet er seine 22jährige Sekretärin,
es ist seine erste Ehe. Für 2002 hat Rüdiger
Haffetz sein wohl letztes musikalisches Werk angekündigt,
das den Titel "Gögginger Fantasie"
tragen soll.

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