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Zeitlinie:
1907
1917
1924 / 25
1926
1927
1929
1931
1933
1934
1935
1936 bis 1945
1946 bis 1948
1949
1951
1953
1955
1956
1957 bis 1964
1965 / 66
1967
1968
1969 bis 1973
1974 bis 1987
1988
1989 bis heute

1907

Rhüdiger Haffetz wird als jüngstes von 14 Kindern in Göggingen bei Augsburg geboren. Sein Vater arbeitet als freier Proktologe, seine Mutter ist eine angesehene Turnier-Boullerin. Die Familie unterhält enge Kontakte zur Familie Brecht.

Das Geburtshaus von Rhüdiger Haffetz
Das Geburtshaus von Rhüdiger Haffetz

1917

Unter dem Einfluß des schrecklichen Kriegswinters 16/17 entwickelt der kleine Rhüdiger einen Fleischersatz aus Nagelfilz-Flusen.

1924 / 25

Haffetz verläßt mit einem hervorragenden Abschluß das St. Nepomuk-Gymnasium in Augsburg und schließt sich kurzzeitig Brechts Freier Bühne an. Er hält dadaistische Lesungen im Cafe Schneckenbichler in Bamberg.

1926

Haffetz studiert in Wien Komposition und Kontrapunkt, überwirft sich aber mit seinem Meister. Er verfaßt seinen maßgeblichen Aufsatz "Transzendenz und Tonika". Erste überlieferte Musikstücke wie die "Reblaus Rhapsodie" (1927 verlegt vom Musikverlag Frichfleich/Linz; Notentext seit 1934 verschollen). Erste Experimente mit dem Proktophon.

1927

Haffetz emigriert in die USA und durchquert das Land zu Fuß. Während eines Engagements im "Goo Lover´s Inn" in Hackensack/Alabama entwickelt er das Slide-Gitarrenspiel.

1929

Haffetz erreicht Kalifornien und findet Arbeit in Hollywood. Er arbeitet als Stuntdouble in einem der ersten Action-Dreiteiler der Filmgeschichte. Es entsteht einer seiner berühmtesten Songs: "The Unknown Stuntman" (Hörprobe auf der Musik-Seite). Er eröffnet ein veganisches Kulturzentrum für arbeitslose Musiker.

1931

Haffetz veranstaltet in Augsburg ein freies Musikfestival "Wider die braune Pest" bei dem ausschließlich farbige US-Bluesmusiker auftreten. Er erhält einen Lehrauftrag und unterrichtet an der Uni Augsburg Freie Konstellationen und Ausdruckstanz.

Blick auf das Festival-Publikum
Blick auf das begeisterte Festival-Publikum

1933

Am Tage der der Machtübernahme der NSDAP verfaßt Haffetz seinen wohl berühmtesten Song "Dreams Are My Reality", den er umgehend auf dem Augsburger Plärrer vorträgt. Er verliert sein Lehramt und kettet sich, unterstützt von seinen Studenten, 41 Tage lang aus Protest an das Eingangstor der Uni Augsburg.

1934

Nach einem mehrtägigen Trinkgelage mit einem engen Freund gelingt den beiden ohne jegliche Hilfsmittel und, wie beide betonen, "eher zufällig" die Erstbesteigung des Großen Graupen nahe dem sauerländischen Olpe.

Der majestätische Große Graupen
Der majestätische Große Graupen

1935

Haffetz geht nach Berlin und gründet einen musikalistischen Zirkel. Er eröffnet das surrealistische "Cabaret Bunuel" und entgeht nur knapp seiner Verhaftung durch die Gestapo, als er öffentlich seinen 1000-seitigen Roman "Spartakisten-Spaziergang" vor dem Reichstag vorträgt.

1936 bis 1945

Haffetz verläßt Deutschland und bereist Skandinavien mit einem Holz-Dreirad, dass die Grundlage für die spätere Entwicklung des ersten VW-Golf-Modells sein sollte. Es entstehen auch weitere neue Instrumente wie das Urophon und die Otze. Haffetz entwickelt sein harmonisches System der "Sono-Quanten". Er komponiert seine symphonische Trilogie "Metaphon Glix", die niemals aufgeführt wird (Notentext, laut Haffetz mehr als 600 Seiten, unauffindbar).

1946 bis 1948

Eine unstete Phase in seinem Leben. Auf der Suche nach neuen musikalischen und spirituellen Inspirationen bereist er den Hindukusch, Birma, Burma und Butan, wo er zeitweise dem Opium verfällt. Er heilt sich selbst mit Buttertee-Einläufen.

1949

Haffetz kehrt in die USA zurück und arbeitet kurz bei Glenn Miller als erster Urophonist. Wieder durchreist er das Land. In New Orleans entwickelt er die Bronze/Nickel-Saite und führt das Akkordeon in die Cajun-Musik ein.  

1951

Zahlreiche geniale Erfindungen wie der sechspolige Singlecoil-Pickup und der kautschukfreie Knetdübel verhelfen Haffetz zu Wohlstand. Er verwendet all sein Geld um die Karrieren seiner jungen Proteges Thelonius Monk, Miles Davis, Charles Mingus und B.B. King zu fördern, für die er auch zahlreiche Kompositionen schreibt.  Er verweigert seine Aussage vor dem McCarthy-Ausschuss und muß untertauchen.

1953

Haffetz trifft auf John Coltrane, mit dem ihn bald eine tiefe Freundschaft verbindet. Die beiden nehmen den Titel "Invocation Of The Kraut" auf, zu dem Haffetz ein legendäres, angeblich fast 40minütiges Otze-Solo beisteuert. Der Take wird nie veröffentlicht, das Mastertape gilt als verschollen.

1955

Haffetz arbeitet unter falschem Namen in den Sun Studios in Memphis/Tennessee als Ton-Assistent und nimmt das erste Demoband von Elvis Aaron Presley auf. Daraufhin erteilt er dem begabten Lastwagenfahrer einige Gesangsstunden.

Dieser junge Mann hatte richtig Glück!
Was wäre ohne Rhüdiger Haffetz aus Elvis geworden?

1956

Rückkehr nach Deutschland. Uraufführung seines Singspiels "Neokrit IV" bei den freien Musiktagen in Bonn. Das Konzert endet in einem Eklat in dessen Verlauf Haffetz Bundespräsident Lübke ohrfeigt.

1957 bis 1964

Haffetz lebt zurückgezogen in seiner Heimatstadt Göggingen und hält sich mühsam mit Auftritten bei Tanztees und Butterfahrten über Wasser. Bei einer Veranstaltung im Pfarrzentrum St. Vitus fällt ihm der junge Sänger Gerhard Höllerich auf. Haffetz wird sein Manager und ändert Gerhards Namen in Roy Black.

1965 / 66

Angezogen von der neuen Jugendbewegung der Hippies zieht Haffetz nach San Francisco. Dort macht er die Musikerkommune der Greatful Dead mit den Prinzipien der modalen Improvisation vertraut. Wenig später führt er Frank Vincent Zappa in das Werk Edgar Vareses ein. Er schreibt mehrere Songs für Big Brother & The Holding Company und The Beau Brummels und entwickelt mit der Firma Gibson die erste zweihälsige E-Gitarre.

1967

Enttäuscht über die laxe politische Haltung der Hippies schließt sich Haffetz den Black Panthers in Los Angeles an. Ihm wird vom F.B.I. ein Attentatsversuch auf die Zentrale des US-Schlesierbundes in die Schuhe geschoben und er wird zu 225 Jahren Gefängnis verurteilt - wegen eines Formfehlers muß er jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

1968

Haffetz kehrt nach Berlin zurück, um an der Seite der APO für Freiheit und Demokratie in Deutschland zu kämpfen. Bei einer Mai-Demonstration verbeißt er sich in ein Polizeipferd und wird zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. In der Haft formuliert er seine vielbeachtete "Schwapp-Theorie".       

1969 bis 1973

Haffetz hält eine Gastvorlesung in Düsseldorf und begeistert Joseph Beuys mit seinem Konzept der "direkten Demokratie". Haffetz wiederum zeigt sich fasziniert von den revolutionären Ansätzen der Fluxus-Bewegung. In der Galerie "Wirtsch & Söderböhm" veranstaltet er die vier Monate andauernde Performance "Trenologische Pathoskopie" - er überzieht eine lebensgroße Wachsfigur sowie seine eigenen Genitalien mit Blattgold. Er verspeist eine echte Lutherbibel sowie die Werke von Marx und Engels und Heidegger. Publikum und Feuilleton reagieren mit völligem Unverständnis.

Haffetz kehrt in die USA zurück und arbeitet als freier Pädagoge in Chicago. In einem von ihm gegründeten autonomen Jugendzentrum entdeckt er eine vielversprechende Nachwuchsband die er unter dem Namen "Kiss" (anfangs angeblich "French Kiss") aufbaut.
Kommunist International Sonic Solution
Haffetz riet dazu, zunächst geschminkt aufzutreten

1974 bis 1987

Haffetz erfüllt sich einen lange gehegten Traum und startet mit seinem "Original Haffetz Quintett" (Hardy Maria Kleinwurst sen., Raschid Tschaimuta, Dr. Driftwood, Helle Helle Gül Gül und Gonzo Mandolini) eine weitläufige Tournee. Die Band spielt mehr als 4000 Auftritte in über 60 Ländern. Kurz nach seinem 80. Geburtstag erleidet Rhüdiger Haffetz in Shanghai eine schwere Gallenkolik und beschließt seine Bühnenkarriere zu beenden. Er entwickelt die Zimt-Orgel. Auf dem von ihm selbst gegründeten Label "Trotzki-Ashram" erscheint Ende1987 seine erste und letzte reguläre Schallplatte "Elektrohasch" (Solowerke für Suk Suk, Brontotron und Grammolith; Triple-Album; 220 Gramm Vinyl-Pressung in Aquamarin und Moiree; vergriffen).

Fussmassage kurz vor einem Auftritt
Fussmassage kurz vor einem Auftritt

1988

Haffetz wird die Ehrendoktor-Würde in Erfurt angetragen und für das kleine Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen. Er lehnt beide Auszeichnungen ab.

1989 bis heute

Haffetz erhält ein Lehramt in Havanna und unterrichtet bis 1996 Proktophon, Brontologie und Oberton-Kontrapunkt. Seine symphonischen Werke "Adaggio Parmesana" und "Neokrit V - IX " werden mit großem Erfolg aufgeführt. 1998 heiratet er seine 22jährige Sekretärin, es ist seine erste Ehe. Für 2002 hat Rüdiger Haffetz sein wohl letztes musikalisches Werk angekündigt, das den Titel "Gögginger Fantasie" tragen soll.